Unsere Füße tragen uns durchs Leben und doch schenken wir ihnen meist nur wenig Aufmerksamkeit. Eine Pediküre bedeutet eine ausgiebige Fuß- und Nagelpflege. Das muss jedoch nicht immer im Salon und teuer sein, sondern kann auch gemütlich bei dir zuhause stattfinden. In unserem Ratgeber beantworten wir deine Fragen.

Warum sollte ich eine Pediküre machen?

Wir verbringen mehr als die Hälfte unseres Lebens im Stehen oder Gehen und tragen dabei gerne auch einmal etwas zu enge, aber schicke Schuhe oder ausgetragene Sneakers. Dadurch können verhärtete Druckstellen und schließlich auch Hornhaut oder Hühneraugen entstehen.

Gönnst du dir hingegen zweimal im Monat Wellness für die Füße, kannst du nicht nur schmerzende, eingerissene Fußsohlen, sondern auch eingewachsene Nägel und Verspannungen durch falsches, schmerzbedingtes Laufen vermeiden. Eine Pediküre mit einem Nagelpflegeset sollte dein kleiner Luxus im Alltag sein.

Wie bereite ich meine Füße auf die Pediküre vor und wie entferne ich Hornhaut richtig?

Die richtige Pflege davor beginnt mit einem Fußbad, um die verhärtete Haut und die Nägel weich und geschmeidig zu machen. Das Badewasser sollte nicht heißer als 38°C sein und kann nach Belieben mit verschiedenen Zusätzen versehen werden.

Beispielsweise wirken ein paar Tropfen Olivenöl bei trockenen Füßen rückfettend und ätherische Öle wie Salbei oder Lavendel duften nicht nur wohltuend, sondern wirken auch desodorierend gegen Fußgeruch.

Nagelpflege

Perfekt gepflegte Füße sind ein Blickfang im Sommer. Mit Nagellack kannst du deiner Pediküre den letzten Schliff verleihen. (Foto: Tookapic / pexels.com)

Ein Bad in Apfelessig wirkt entzündungshemmend und antibakteriell und hilft somit ebenfalls bei Schweißfüßen und Fußpilz. Auch ein Sud aus schwarzem Tee kann hier Abhilfe schaffen. Nach maximal fünf bis zehn Minuten solltest du deine Füße mit einem sauberen Handtuch anschließend trocken reiben.

Die aufgeweichte Hornhaut an Fersen, Ballen und Zehen lässt sich nun mit einem Bimsstein oder einer speziellen Hornhautfeile sanft entfernen. Alternativ kannst du auch zu einer elektrischen Hornhautfeile greifen, hier ist allerdings Vorsicht geboten. Durch eine kleine Unaufmerksamkeit erwischst du mit einem solchen Gerät schnell auch die gesunde Haut darunter.

Zur elektrischen Hornhautentfernung verwendet man einen Saphirkegel, der diesen groben Stellen und auch sehr harten Fußnägeln schnell den gar ausmacht. Bei sehr starker und dicker Hornhaut kann auch ein Drainagenschleifer für die Ferse und den Ballen verwendet werden.

Die Hornhaut sollte langsam entfernt werden. Eine kleine Schicht Hornhaut bildet eine natürliche Schutzbarriere und sollte intakt bleiben. Alle rauen und schwieligen Stellen, die du fühlen kannst, dürfen aber vorsichtig abgetragen werden.

Was benötige ich für die Fußnagelpflege?

Eine gute Pediküre beginnt mit dem richtigen Nagelpflegeset. Falls du deinen Füßen zum ersten Mal selbst zu leibe rückst, entscheidest du dich am besten für ein manuelles Set. Achte darauf, dass es eine gute Schere, einen hochwertigen Nagelknipser, eine Feile und ein Stäbchen zum Zurückschieben der Nagelhaut beinhaltet.

Bei einem elektrischen Nagelpflegeset sind meist viele verschiedene Aufsätze enthalten, die für unterschiedliche Anwendungsgebiete geeignet sind. Der oben erwähnte grobe Saphirkegel hilft dir deine Hornhaut abzutragen, mit einem feineren kannst du Hühneraugen oder Dornwarzen entfernen. Dafür ist aber etwas Fachwissen gefragt – im Zweifelsfall lieber einen Spezialisten aufsuchen.

Eine Saphirscheibe wird zum Feilen und Kürzen dicker Nägel verwendet und ein Filzkegel kann deine Nägel zum Abschluss auf Hochglanz polieren. Außerdem gibt es verschiedene Fräsaufsätze, von denen hier nur einige genannt werden sollen: einen Flammenfräser oder Saphirfräser bei eingewachsenen Nägeln oder auch den Nadelfräser für die Beseitigung kritischer Ecken.

Ein elektrisches Standard-Fußnagelpflegeset sollte aber jedenfalls einen Saphirkegel, eine Saphirscheibe und einen Filzkegel beinhalten.

Wie wird eine Pediküre richtig durchgeführt?

Nachdem deine Füße und Zehennägel durch das Bad geschmeidig geworden sind, können die Nägel ohne zu splittern gekürzt und die erweichte Nagelhaut vorsichtig zurückgeschoben – aber niemals geschnitten – werden.

Die Nagelhaut ist sehr empfindlich und durch Schnittwunden drohen unangenehme Entzündungen. Mithilfe eines speziellen Huf- oder Rosenholzstäbchens lässt sich die Haut jedoch leicht zurückschieben.

Im nächsten Schritt widmest du dich den Nägel selbst. Sie können mit einem Nagelknipser oder einer speziellen Nagelschere bis zum Ende der Zehe gekürzt werden. Anders als bei den Fingernägeln, sollten die Zehennägel nicht rund geformt oder zu sehr gekürzt werden, da die Nagelenden sonst einwachsen oder die Nagelbetten sich entzünden können. Raue Nagelkanten kannst du anschließend glatt feilen.

Finger- und Fußnägel immer nur in eine Richtung feilen: am besten von den Nagelrändern zur Nagelmitte. Durch schnelles Hin und Her können die Nägel reißen und unschön aufrauen.

Bei einem elektrischen Fußpflegeset solltest du dich erst an das Gerät herantasten und die Umdrehungszahl langsam erhöhen, bis du ein Gefühl für die elektrische Nagelfeile entwickelt hast. Mit einem feinen Saphir Kegelaufsatz kannst du nun deine Nägel in Form schleifen und die Ränder anschließend polieren.

Nun kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen und deine Nägel nach Lust und Laune lackieren. Zuerst in der Mitte des Nagels einen vertikalen Strich setzen, dann den restlichen Nagel lackieren, wobei die Nagelhaut ausgespart werden sollte. Um Verfärbungen vorzubeugen, kannst du zuvor noch einen Unterlack auftragen.

Alternativ kannst du die Nageloberfläche mit einer speziellen Polierfeile oder dem Filzkegel-Aufsatz glätten und mit Nagelöl pflegen. Allerdings greift die Behandlung mit einer solchen Feile die Oberfläche wie ein Peeling an und sollte daher nicht zu oft gemacht werden.

Zuletzt kannst du deine Füße mit einer reichhaltigen Lotion eincremen und massieren. Hier gibt es ebenfalls eine große Auswahl an Wirkstoffen. Produkte mit Urea oder Ringelblume hemmen die Hornhautbildung, geschwollene Füße kühlen Gels mit Minze und die Geruchsbildung verringern Cremes mit einem desodorierenden Wirkstoff.

Einen besonders intensiven Pflegeeffekt erzielst du, indem du eine dickere Schicht Creme über Nacht einwirken lässt. Dazu dünne Baumwollsocken darüber ziehen, um die Bettwäsche zu schützen.

Tipps für die Fußnagelpflege

Die Zehennägel sollten alle drei bis vier Wochen in Form gebracht werden. Obwohl es reizvoll sein mag, ihnen schöne runde Ecken verleihen zu wollen, sollte zur Vermeidung von eingewachsenen Zehennägel der Nagel immer gerade geschnitten werden. Das funktioniert am besten mit einem Nagelknipser, da Scheren meist geschwungene Schnittflächen haben.

Nagelpflege

Mit einem stimmungsvollen Fußbad kann eine Pediküre Entspannung für Körper und Seele sein. (Foto: nosheep / pixabay.com)

Um Fuß- oder Nagelpilz rechtzeitig zu erkennen, solltest du regelmäßig überprüfen, ob sich die Nägel weiß-gelblich bis bräunlich verfärbt haben oder brüchig und schuppig wirken. Das sind Hinweise auf eine Pilzinfektion und sollten am besten vom Hautarzt untersucht werden. Niemals einfach über den Nagel lackieren, um das Problem zu verstecken, da dies die Infektion noch verschlimmern kann.

Zur Vermeidung von anderen Infektionen und Entzündungen sollte ein Nagelpflegeset regelmäßig gereinigt und nicht mit anderen geteilt werden. Es ist ebenfalls empfehlenswert, für Mani- und Pediküre unterschiedliche Sets zu verwenden, um beispielsweise einen Pilz nicht zu übertragen.

Fazit: Pediküre mit einem Nagelpflegeset

Fußnagelpflege muss nicht kompliziert sein und lässt sich in wenigen Schritten auch im eigenen Heim durchführen. Zuerst ein entspannendes Fußbad genießen, dann die Hornhaut vorsichtig mit einer Feile entfernen und die Nagelhaut mit einem Stäbchen zurückschieben. Anschließend die Zehennägel mit einem Nagelknipser gerade und nicht zu lange kürzen und scharfe Ränder glatt feilen.

Bei einem elektrischen Nagelpflegeset sollte jeweils der richtige Aufsatz werden. Mit einem Saphirkegel lassen sich Schwielen gezielt entfernen, mit der Saphirscheibe kannst du dann schöne Kanten feilen. Dann mit einem Filzkegel polieren und die Nagelränder glätten. Zum Abschluss sollten Füße und Nägel mit einer Creme oder Nagelöl verwöhnt werden.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links


[1] https://www.apotheken-umschau.de/Fuesse/So-werden-Sie-Hornhaut-an-den-Fuessen-los-279461.html


[2] http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/fuss-oder-nagelpilz-wie-man-eine-pilzinfektion-vorbeugt-und-behandelt-a-945237.html


[3] https://www.apma.org/learn/FootHealthList.cfm?navItemNumber=498

Bildquelle: How-Soon Ngu / unsplash.com

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