Weiße Zähne ganz ohne Chemie – so werben Aktivkohleprodukte. Aber stimmt das?

In diesem Artikel wollen wir den Aktivkohleeinsatz bei Zahnprodukten näher beleuchten. Nicht nur die Werbung, sondern auch viele Blogger und Youtuber zeigen klare vorher-nachher Bilder.

Dass es also die Zähne tatsächlich heller macht ist kein Geheimnis mehr. Vielmehr fragen wir uns ob es denn tatsächlich nur positive Ergebnisse liefert, oder ob es auch Risiken mit sich bringt.

Wie es funktioniert und welche Risiken sich hinter der Zahnbehandlung mit Aktivkohle verbergen erfährst du in diesem Artikel. Außerdem zeigen wir dir auch alternative Methoden wie du deine Zähne aufhellen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aktivkohle macht die Zähne heller, aber schadet auch den Zähnen. Die natürliche Schutzschicht der Zähne wird angegriffen.
  • Eine umfassende Routine für die Mundhygiene ist der wichtigste Faktor für gesund und weiß aussehende Zähne.
  • Kokosöl ist der beste und natürlichste Zahnaufheller. Es wirkt antibakteriell und sorgt für einen gesunden Mundraum.

Was ist Aktivkohle?

Aktivkohle, auch A-Kohle oder medizinische Kohle genannt, ist eines der ältesten Arzneimittel. Es ist ein feinkörniger Kohlestoff, der unteranderem in der Medizin, Chemie und Klimatechnik verwendet wird.

Aktivkohle ist auch ein beliebter und wirksamer Wasserfilter und wird bei der Abwasserbehandlung und Trinkwasseraufbereitung eingesetzt.

Durch seine poröse Eigenschaft ist Aktivkohle wie ein Schwamm aufgebaut. Gleichzeitig kann sich Aktivkohle in feinste Teile zersetzten und bei kleinster Menge eine riesige Fläche abdecken.

Aktivkohle ist eines der ältesten Arzneimittel. (Bildquelle: 123rf.com / 122172370)

So bekommt Aktivkohle ihre bindende Eigenschaft, auch Adsobtion genannt. So binden Kohlestoffpartikel Gerüche, Toxine und Chemikalien and ihre Oberfläche.

Medizinische und für Kosmetika genutze Aktivkohle wird überwiegend aus Baumrinde, Nussschalen und Torf hergestellt.

Hintergründe: Was du über Zahnaufhellung mit Aktivkohle wissen solltest

Aktivkohle für Zähne – Diese 3 Anwendungsmethoden gibt es

Aktivkohle für die Behandlung deiner Zähne erhältst du im Handel in Form von Pulver, Kapseln oder als Zusatzstoff (zum Beispiel in Zahnpasta). Sichbare Ergebnisse gibt es bereits nach der ersten Anwendung.

Pulver

Pulver ist die „pure“ Form von Aktivkohle, ohne Zusatzstoffe. Diese eignet sich hervorragend um DIY Pflegeprodukte, Pasten und Masken zu machen.

Um die Zähne aufzuhellen wird die Zahnbürste in das Aktivkohlepulver getunkt und anschließend werden die Zähne damit eingerieben. Danach muss der Mund orndentlich ausgespült werden um alle Reste zu beseitigen.

Kapseln

Mit Aktivkohle gefüllte Kapseln sind schon praktisch vordosiert. Diese eignen sich nicht nur für die Zahnaufhellung sondern können auch eingenommen werden als Detox-Kur.

Für weiße Zähne, wird eine Kapsel vor dem Zähneputzen zerbissen sodass sich die Aktivkohle gut verteilt. Dann, wie beim Pulver, mit einer Zahnbürste leicht und gründlich schrubben.

Zusatz

Aktivkohle ist zu einem beliebten Zusatzstoff geworden. So wird Aktivkohle nicht nur Zahnpastas hinzugefügt. Es gibt auch Zahnbürsten mit Aktifkohle-Borsten.

Aber auch in Detoxshakes zum Trinken, reinigenden Masken und Peeling für die Haut wird Aktivkohle hinzugefügt, mit dem Versprechen einer extra tiefen Reinigung.

Werden die Zähne mit Aktivkohle wieder weiß?

Ja, die Zähne werden durch Aktivkohle aufgehellt. In diesem Fall ist es aber nicht weil sie Schadstoffe und Verschmutzungen an sich bindet. Sondern ganz einfach weil die Aktivkohle (ob Pulver, Kapsel oder als Zusatz) wie Sandpapier für die Zähne ist.

Die Verschmutzungen und Verfärbungen an den Zähnen weden somit mit der Aktivkohle „abgeschliffen“, was die Zähne wieder weißer aussehen lässt.

Ist Aktivkohle schädlich für die Zähne?

Ja. Vor allem bei regelmäßiger oder häufiger Verwendung kann es deine Zähne und dein Zahnfleisch angreifen und langfristig schädigen.

Durch den Peeling-Effekt der Aktivkohle werden nicht nur Verschmutzungen und Verfärbungen abgelöst. Das Zahnschmelz wird nämlich auch angegriffen.

So können die Zähne nach und nach geschwächt und sehr schmerzempfindlich werden, da sie ihre natürliche Schutzschicht verlieren. Auch Zahnfleischentzündungen können dadurch verstärkt auftreten.

Außerdem setzen sich dann neue Verfärbungen und Beläge schneller fest und es ist dann schwieriger diese wieder loszuwerden.

Die Aktivkohle als Zusatz in Zahnpasta ist zwar weniger angreifend für die Zähne als bei der Behandlung mit Aktivkohle Pulver oder Kapseln. Als Zusatz kommt sie in einer viel niedrigeren Dosis. Trotzdem solltest du vorallem bei sensiblen Zähnen auf einen häufigen Gebrauch verzichten.

Hier ist ein Interessantes Video für dich, dass den Aktivkohle-Trend Wissenschaftlich untersucht und die Wirkung, sowie die Risiken, verständlich erklärt:

Was tun gegen Zahnverfärbungen: Effektive und schonende Methoden für weiße Zähne

Für weiße Zähne musst du nicht zu Aktivkohle greifen und das Risiko eingehen deine Zähne dabei kaputt zumachen. Hier haben wir Alternativen für dich zusammengestellt, die schonender und nachhaltiger für deine Zähne sind.

Hier ist es auch wichtig zu erwähnen, dass eine gesunde Zahnaufhellung nicht unbedingt schnee-weiße Zähne hervorzaubert. Vielmehr geht es darum das natürliche Weiß deiner Zähne hervorzubringen.

Dieser Weißton kann sich von Person zu Person unterscheiden, denn wie das natürliche Weiß deiner Zähne aussieht ist genetisch abhängig.

Möchtest du aber einen helleren Ton als dein natürlches Weiß, dann helfen nur chemische Behandlungen die du Zuhause oder auch beim Zahnarzt durchführen kannst.

Tägliche Zahnpflege – einfach und effektiv für natürlich weiße Zähne

Die tägliche Mundhygiene spielt eine Entscheidende Rolle, wenn du weißere Zähne haben willst. Es kommt nicht nur auf die richtige Zahnbürste und Zahnpasta an. Auch Zahnseide und Mundspülung solltest du in deine Routine aufnehmen.

Zahnbürste am besten elektrisch

Wer gründlich die Zähne putzt kommt gut mit einer herkömmlichen Zahnbürste aus. Bist du aber zackig und faul beim Zähneputzen, dann eignet sich eine Elektrische Zahnbürste besser.

Die extra Power der Elektrischen Zahnbürsten hilft dir die Zähne gründlicher von Schmutz und Ablagerungen zu befreien.

Achte auch darauf, dass du nicht zu stark auf deine Zähne drückst beim Putzen. So werden sie nämlich nicht sauberer. Du schadest nur deinen Zähnen und Zahnfleisch damit.

Vielmehr solltest du auf die Putzbewegung achten. Stell dir dabei vor, dass du deine Zähne polierst und nicht schrubbst.

Zahnpasta mit Fluorid

Die meisten Zahnpastas beinhalten Fluorid. Dennoch hilft es immer einen Blick auf die Inhaltsstoffe zu schmeißen um sicherzugehen. Fluorid stärkt nämlich den natürlichen Schutz deiner Zähne und macht sie weniger angreifbar. Auch Belag und Verfärbungen lassen sich dadurch einfacher entfernen.

Interessant ist auch, dass die meisten Zahnpastas deine Zähne aufhellen, selbst wenn das nicht ausdrücklich drauf steht.

Denn in vielen Zahnpastas sind  kleine Putzkörperchen enthalten, welche die gleiche Wirkung erziehlen wie die Aktivkohle. Nur ohne die Risiken, weil es schonender zu deinen Zähnen ist.

Zahnseide und Mundspülung nicht vergessen

Es ist wichtig deine Zahnzwischenräume immer sauber zumachen. Zahnseide oder Mundduschen helfen dir dabei an diese schwierig zuerreichenden Stellen zukommen.

Sonst kann sich nicht nur Karies bilden sondern auch Verfärbungen entstehen, was das Gesammtbild deiner Zähne trüben würde. Denn nur rundumm saubere Zähne können in ihrem natürlichen Weiß erstrahlen.

Hausmittelchen und DIYs für weiße Zähne

Zusätzlich zu deiner täglichen Mundhygiene-Routine kannst du ab und zu auch folgende Hausmittelchen ausprobieren.

Kokosöl – eine natürliche und schonende Alternative zu Aktivkohle

Kokosöl ist ein unschlagbarer All-Around-Talent. Du kannst dies Öl zum Kochen verwenden, zur Haut und Haarpflege und sogar für die Zahnpflege!

Kokosöl hellt nicht nur die Zähne auf sondern beugt auch Mundgeruch und sogar Zahnkrankheiten vor!

Kokosöl verbessert die Mundhygiene und wirkt Antibakteriell. Es verhindert dass sich ungewollte Bakterien im Mund ansetzen. Somit beugt Kokosöl bedeutend Zahnfleischentzündungen vor und schützt die Zähne davor zu verfaulen.

Dank seiner Antibakteriellen Wirkung wird auch Plaque entfernt. Plaque ist ein schädlicher Zahnbelag durch den sich Zahnstein bilden kann. Wird der Plaque aber entfernt, kann sich kein Zahnstein bilden.

So erhellen deine Zähne in ihrem natürlichen Weiß. Außerdem entfertn Kokosöl auch Verfärbungen, die durch Tee oder Kaffe entstehen!

Und so verwendest du das Kokosöl für deine Zähne:

  • Du verwendest das Kokosöl wie eine Mundspülung. Dafür nimmst du einen kleinen Löffel Kokosöl in den Mund und ziehst es in deinem Mundraum hin und her.
  • Auch wenn das Gefühl von Öl im Mund etwas gewöhnungsbedürftig ist, versuche es so gründlich du kannst zu machen.
  • Es wird empfohlen den Mund für mindestens 5 Minuten mit Kokosöl zu spülen.

Backpulver und Co – weißere Zähne mit Nebenwirkung

Außer Kokosöl gibt es noch weitere Hausmittelchen wie Backpulver, Kurkuma oder saure Lebensmittel, die deine Zähne aufhellen können. Dabei haben Backpulver und Kurkuma zwar den gleichen Effekt wie Aktivkohle aber auch leider die gleichen Risiken.

Backpulver und Kurkuma, oder auch andere pulverförmigen Hausmittelchen die du im Internet findest, sind genau wie Aktivkohle auch ein Pulver und verhalten sich wie Sandpapier auf deinen Zähnen.

So werden deine Zähne zwar sichtbar heller, das pasiert aber nur weil du die obere Schicht durch die Reibung abkratzt. Deine Zähne können so sehr leicht beschädigt werden und sogar langfristige unumkehrbare Folgen haben.

Auch Sauere Lebensmittel wie Zitronen, Orangen oder Äpfel hellen die Zähne auf. Doch sich mit Säure die Zähne zu putzen ist schlichtweg gefährlich.

Die Säure beseitigt nämlich nicht nur die Verunreinigungen, sondern greift auch dein Zahnschmelz an. Deine Zähne werden geschwächt und es können schnell Entzündungen entstehen.

Deshalb Hausmittelchen wie Backpulver, Kurkuma oder saure Lebensmittel mit Vorsicht zu genießen! Am Besten ist es du lässt die Finger ganz weg davon.

Bleaching – Chemische Reinigung Zuhause oder von Profis

Ein Zahnbleaching kannst du beim Zahnarzt durchführen, oder mit einem Kit selber Zuhause machen. Beim Bleaching verändert ein chemischer Stoff den natürlichen Farbton deiner Zähne.

Mit einer gründlichen Mundhygiene und Kokosöl werden deine Zähne weiß und gesund. Der hellste Weißton aber den du hier bekommst hängt von deiner Veranlagung ab.

Möchtest du gerne über dein natürliches Weiß hinaus, dann helfen ausschließlich chemische Behandlungen.

Möchten noch weißere Zähne erreicht werden, so müßen chemische Behandlungen angegangen werden. (Bildquelle: 123rf.com / 51811339)

Es gibt unterschiedliche Methoden beim Zahnbleaching die sich leicht unterschieden. Generell funktioniert es aber so: Es werden Peroxide verwendet die mit deinem Zahnschmelz reagieren und Sauerstoff freisetzen. Dieser Vorgang spaltet die Molekühle der Verfärbungen was die Zähne heller werden lässt.

Du kannst grob zwischen drei Methoden dich entscheiden:

  • Bleaching Produkte im Handel
  • Home Bleaching
  • In Office Bleaching
Methode Bleichmittelkonzentration Merkmal
Bleaching Strips oder Schienen Niedrig Frei erhältlich in meisten Drogerien und Online. Diese Methode ist die günstigste der Bleaching Methoden.
Home Bleaching Mittel Vom Zahnarzt bekommst du eine individuell angepasste Zahnschiene und das Bleichmittel, womit du Zuhause selber deine Zähne behandeln kannst.
In Office Bleaching Hoch Die Behandlung findet beim Zahnarzt statt. Es ist zwar die teuerste der drei Methoden, aber, durch die hohe Bleichmittelkonzentration, kann der größte Effekt erzielt werden.

Trivia: Was du noch über Zahnverfärbung und Aktivkohle wissen solltest

Wie mache ich eine Aktivkohle-Paste für die Zähne selber?

Du kannst Aktivkohle entweder in eine DIY Zahnpasta mischen und dir so eine Zahnaufhellende Zahnpasta machen, oder du nutzt Aktivkohle einfach im puren Zustand als Pulver, als Zahnaufhellende Behandlung.

Nachfolgend haben wir 2 Videos für dich welche dir die jeweiligen Methoden erklären.

In diesem Video siehst du wie du ganz einfach eine Aktivkohle-Paste machst mit nur 2 Zutaten: Aktivkohle und Kokosöl.

Und hier ist ein DIY Rezept für eine reinigende und aufhellende Zahnpasta mit Aktivkohle. Für das Rezept kannst du zu 3:50 Vorspülen.

Sind Aktivkohle-Produkte schädlich in der Schwangerschaft?

Ob Aktivkohle schädlich in der Schwangerschaft ist oder nicht, hängt davon ab, wie und wieviel du die Aktivkohle nutzt. Bei äußerer Anwendung, wie zum Beispiel eine Aktivkohle-Maske oder Peeling, besteht keine Gefahr während der Schwangerschaft.

In Form von Detox zum Einnehmen ist aber dringend davon abzuraten. Denn die Aktivkohle kann zum einen die Wirkung wichtiger Medikamente verhindern. Zum Anderen kann Aktivkohle wichtige Nährstoffe dem Körper entziehen und abführen.

Fazit

Aktivkohle mach in der Tat die Zähne heller, aber nicht ohne Risiko. Den Schaden an den Zähnen, der durch Aktivkohle entstehen kann, ist weit aus größer als das temporäre Ergebnis weißer Zähne.

Aktivkohle wirkt wie Sandpapier auf deinen Zähnen und schleift nicht nur Schmutz und Verfärbungen, sondern auch den Zahnschmelz. Diese Schutzschicht ist aber Wichtig. Ohne die werden deine Zähne empfindlicher und es können schmerhafte Entzündungen am Zahn und Zahnfleisch entstehen.

Außerdem Haften neue ungewollte Farbpigmente schneller an deinen Zähnen und sind dann noch schwieriger wegzukriegen.

Für Weiße Zähne ist eine grüdliche und vollständige Mundhygiene der beste und schonendste Weg. So bleiben deine Zähne nicht nur weiß, sondern auch gesund!

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Aktivkohle

[2] https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Aktivkohle

[3] https://www.gesundheit.de/medizin/naturheilmittel/aktivkohle

Bildquelle: 123rf.com / 57803409

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